Zwei Pannen und ein Wasserschwein

 

Am 24. April erreichten wir Buenos Aires. Hier hatten wir wieder einen Stellplatz in einem Stadtpark gefunden, mit einem Rosengarten in der Nähe und Cafés sowie Restaurants in Gehdistanz. Leider wurde das Wetter bereits am zweiten Tag regnerisch, so dass wir ein Schlecht-Wetter-Programm machten: wir gingen ins Kunstmuseum. Da es auch am Abend nicht besser wurde, bestellten wir uns wieder Pizza zum Camper, so dass wir nicht hinaus in den Regen mussten.

 

Am nächsten Tag war es mal wieder Zeit für eine Dusche. Da wir genügend Wasser hatten und es mitten in der Stadt eher schwierig ist, an eine Dusche zu kommen, machten wir das wiedermal in unserer Hauseigenen-Luxus-Ausführung 😉 Aber irgendwas schien nicht in Ordnung zu sein. Von Anfang an war der Druck weniger als gewöhnlich und nach kurzer Zeit kam auch nur noch kaltes Wasser. Dani bemerkte dann ein seltsames Plätschern ausserhalb der Duschkabine und die Duschsession wurde abgebrochen. Angestrengt wurde nach der Ursache für das Geräusch gesucht und Dani ging als erstes nach Draussen und sah sich Pegi von aussen an. Und da lief tatsächlich Wasser hinten beim Kofferraum und Boden raus! Natascha entdeckte an der Boiler-Verkleidung verräterische Tropfen, als sie unters Bett spähte. Der Kofferraum wurde also geöffnet und… war fingerbreit unter Wasser! Schnell war der Übeltäter gefunden: ein Wasserschlauch hatte ein Loch drin und das Wasser sprudelte richtiggehend da raus. Zum Glück war das Loch am Ende und so konnte Dani einfach ein Stück abschneiden und das ganze wieder zusammensetzen. Die nächste Stunde wurde Pegi ausgiebig getrocknet, die nasse Wäsche aufgehängt und inspiziert, ob sonst noch etwas nass geworden war. Den Rest der Reise verzichteten wir vorsorglich darauf, in Pegasus zu Duschen.

 

Tags darauf wurde das Wetter endlich wieder freundlicher und wir bestellten uns ein Uber, um in die Altstadt zu gehen. Hier konnten wir auch wieder einen Dollar-Schein gegen Pesos eintauschen (an jeder Ecke wurde «Cambio, cambio, cambio!» gerufen). Den Abend liessen wir bei einem Konzert in einer Jazz-Bar ausklingen. Sonntags spazierten wir durch den riesigen Stadtpark und genossen die Sonne. Dani überredete Natascha den ganzen Tag, um am Montag einen Arzttermin zu vereinbaren. Seit über einer Woche hatte sie das Gefühl von Wasser im Ohr, sowie einen kleinen Hörverlust und seit wenigen Tagen auch ein leises Pfeifen. Sie bekam den Termin am Montagabend und so können wir auf unserer Bingo-Liste auch noch einen Arztbesuch im Ausland abhaken. Er verlief wie erwartet: langes Warten im Wartezimmer, weil wir vergessen wurden und Kommunikation mit Hilfe der Übersetzungs-App. Der HNO-Arzt war aber überaus freundlich und diagnostizierte eine Entzündung. Wir haben in der nächsten Apotheke eine Kortison-Spritze gekauft, die Natascha gleich im Hinterzimmer verabreicht wurde. Dani war froh, dass die Apotheke die Dienstleistung anbot und er die Spritze nicht setzen musste – es war entgegen der Erwartung kein Autoinjektor, sondern eine klassische Spritze. Als Belohnung gingen wir anschliessend in ein Taiwanesisches Restaurant und schlürften eine Nudelsuppe.

 

Am Dienstag trafen wir uns zum Mittagessen etwas ausserhalb der Stadt mit Julia und Stefan, mit welchen wir in Mexiko eine Woche zusammen gereist waren. Es war unglaublich spannend zu hören, wie es ihnen in diesem halben Jahr ergangen war 😀

Anschliessend fuhren wir knappe 2 Stunden weiter, schliefen bei einer Tankstelle und fuhren tags darauf nochmals 2 Stunden zum Nationalpark El Palmar.

 

Der Nationalpark besteht hauptsächlich aus Palmen und ist das Zuhause von Capybaras, Füchsen, Chinchillas und sogar einem Nandu sind wir begegnet. Wir waren verblüfft, wie gross Capybaras sind!

Leider waren einige Wanderwege und Abschnitte des Nationalparks gesperrt – es hatte in den letzten Tagen viel geregnet. Hier merkten wir auch sonst so richtig, dass wir in der Nebensaison unterwegs waren. Wir waren nämlich fast die einzigen Besucher.

Übernachten konnten wir auf dem Campingplatz innerhalb des Nationalparks. Dieser war allerdings auch ziemlich durchweicht und so passierte das unausweichliche: wir steckten in einer Wiese fest. Auch alles Anschieben, Kies unterlegen und Buddeln brachte nichts. Eine Rangerin mit Pick-up musste Pegasus rausziehen, unter den strengen Blicken von zwei Viscachas. Wir bekamen anschliessend von einem Campingplatz-Mitarbeiter einen Platz zugewiesen. Vermutlich hatten sie Angst, dass wir ihnen nochmals eine Wiese umpflügen 😛

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