Last but not least – Uruguay

 

Nach dem El Palmar Nationalpark fuhren wir direkt an die Grenze zu Uruguay. Hier konnten wir die Ausreise von Argentinien und Einreise nach Uruguay bei der gleichen Person abwickeln. Er schickte uns dann mit Pegasus über die Grenze, was sich als Fehler herausstellte. Wir wurden jedoch von einem hilfsbereiten Zollbeamten abgefangen und zum richtigen Büro für das Auslösen des argentinischen TIP sowie dem Büro für das Ausfüllen des TIP für Uruguay begleitet. Die Anschliessende Kontrolle von Pegasus selbst verlief weniger genau als noch ein Grenzübergang vorher. Die Zollbeamtin schaute nur in eine Schublade und winkte uns dann durch. Wir waren in Uruguay!

Wie so oft schon auf dieser Reise, gingen wir einkaufen, Bargeld abheben und je eine SIM-Karte kaufen. Da es dunkel wurde, suchten wir spontan einen Schlafplatz mit der App und wurden bei einem nahen Parkplatz fündig. Hier standen schon einige andere Camper herum und wir fühlten uns sicher.

 

Wir sahen uns unsere Reiseroute für Uruguay nochmals an und warfen alles über den Haufen. Statt wie ursprünglich geplant nach Norden zu fahren, fuhren wir nach Süden. Es hatte in den letzten Tagen wirklich stark geregnet und unser einziges Ziel im Norden wäre ein Naturschutzgebiet gewesen, welches dafür bekannt war, regelmässig im Wasser zu versinken. Wenig später lasen wir von den Überschwemmungen in Brasiliens Süden, Nahe der Grenze zu Uruguay… wir scheinen uns demnach richtig entschieden zu haben.

Wir landeten also wenig später auf einem Campingplatz an den Ufern des Rio Uruguay und auch hier war der Stand nicht mehr vorhanden und sogar einige Picknickbänke standen im Wasser.

Wir können uns nicht mehr erklären, welche geistige Umnachtung zu den folgenden Ereignissen führte. Anscheinend hatten wir beide gleichzeitig einen Totalausfall. Auf jeden Fall fuhren wir auf eine hübsche Lichtung, weit genug von den anderen beiden Campern entfernt und merkten zu spät, dass der Boden hier sehr sandig war. Genau genommen merkten wir es erst, als die Fahrerkabine von Pegi einige Zentimeter absoff, wie auf Treibsand. Unser Glück im Unglück war unser freundlicher «Nachbar», der sofort herbeigeeilt kam und zusammen mit Dani zu schieben begann. Aber Pegasus bewegte sich keinen Millimeter. Zum Glück hatten wir unser Abschleppseil noch nicht wieder verstaut und langsam Übung mit dem Abmontieren der Fahrräder. Und zum Glück hatte unser Nachbar einen 4×4 Pickup, mit dem er uns rausziehen konnte ohne selbst stecken zu bleiben. Er und seine Frau meinten dann, wir sollen den Platz direkt neben ihnen nehmen. Gesagt getan.

 

 

Nach einer ruhigen Nacht liessen wir unseren Nachbarn einen Dankeszettel da und verdufteten noch immer leicht beschämt. Unser Weg führte uns zu einem Weingut in der Nähe von Carmelo. Wir fragten nach, ob jemand spontan Zeit hätte für eine Wein Degustation. Die Besitzerin hatte! So wurde uns zuerst die Geschichte des Weinguts erzählt, dass sich bereits in der 5. Generation befindet (von Italienischen Auswanderern), anschliessend durften wir uns im hübsch eingerichteten Wintergarten verköstigen lassen. Wir probierten einen Weisswein, zwei Rosé, zwei Rotweine und einen Sprudelwein. Wir müssen wohl nicht erwähnen, dass wir anschliessend ziemlich gute Laune hatten 😉

Glücklicherweise durften wir auf dem wunderschönen Anwesen unter einem Nussbaum stehen bleiben, eine ruhige Nacht verbringen und am Morgen sogar eine heisse Dusche geniessen.

Next Stop war “Colonia del Sacramento”. Hier assen wir ein spätes Mittagessen und schlenderten dann durch die hübsche Altstadt. Als wir zurück zu Pegasus wollten, wussten wir nicht mehr, wo wir ihn abgestellt hatten. Und natürlich behauptete jeder von uns, er würde in einer anderen Strasse stehen. Also teilten wir uns auf und das Wettrennen begann: Wer würde ihn zuerst finden? Trotz ihrem schlechten Orientierungssinn war die Gewinnerin Natascha.

Unser Schlafplatz war die «Posada Casavieja», einigen vielleicht bekannt aus der Auswanderer-Sendung «Auf und Davon». Bei Suanne und Ruedi verbrachten wir drei Nächte. Hier durften wir das Badezimmer und Wohnzimmer eines ihrer Bungalows benutzen. Wir hatten also seit seeehr langer Zeit wiedermal ein richtiges Badezimmer zur Verfügung. Inklusive Dusche nach europäischem Standard.

In dieser Zeit konnten wir ein bisschen Wäsche per Hand waschen (damit es bis Ende Reise reicht), fleissig Blog schreiben und Fotos sortieren. Das Wetter war leider schlecht, aber auch die Moskitos luden nicht zum draussen sitzen ein.

 

Nach unserer Verabschiedung von Susanne und Ruedi machten wir einen Abstecher nach Nueva Helvecia. An der Ortschaft ist aber leider gar nichts mehr schweizerisch und ausser Tanken hielten wir nicht an.

Es ging weiter nach Salto del Penitente. Oder besser gesagt kurz davor, wo wir einen Schlafplatz für die Nacht fanden: gleich neben der Strasse auf einer Wiese. Wir blieben aber möglichst nah an der Strasse, um nicht wieder stecken zu bleiben.

 

Am nächsten Tag sahen wir uns die Sehenswürdigkeit an. Ein mächtiger Wasserfall rauschte ins Tal. Auch dieses Gebiet stand etwas unter Wasser und immer mal wieder tröpfelte ein Rinnsal Wasser über die Steine oder schlängelte sich durchs Gras, wo keines sein sollte.

 

Weiter ging es nach Punta del Este, wo wir uns ein typisches Uruguayisches Gericht teilten: Milanesa mit Käse. Natürlich trug es den Namen «Milanesa a la Suiza», wie alles das mit Käse zu tun hat 😛 Das Restaurant war über und über mit kleinen Papierschiffchen dekoriert. Und gerade als Natascha meinte, das sei aber viel Arbeit die alle zu falten, kam der Kellner und brachte Papier. Wer das Restaurant besucht, kann jetzt also nach einem blauen Papierboot Ausschau halten, auf dem «Saludos desde Suiza» drauf steht 😉

Anschliessend gab es einen Verdauungsspaziergang zum Strand und eine kleine Fahrt zu unserem Schlafplatz, wo uns Sabine willkommen hiess. Obligatorisch mit Hund. Wer hat in Südamerika schon keinen!?

 

Ihr Plätzchen gefiel uns sehr gut, leider war es bevölkert mit Moskitos und so sassen wir die meiste Zeit in unseren vier Wänden in Sicherheit. Als wir einen Spaziergang zum Strand machen wollten, sprühten wir uns grosszügig mit Mückenspray ein. Sie schwirrten uns trotzdem um die Ohren, sobald wir einen Fuss aus Pegasus setzten. Zum Glück wurde es direkt am Strand besser und so spazierten wir am Wasser entlang.

 

Nach einer heissen Dusche verabschiedeten wir uns von Sabine und fuhren zum Cerro Pan de Azucar, dem dritthöchsten Berg von Uruguay. Die Höhe von 389m entlockt uns Schweizern nur ein amüsiertes Lächeln, aber es verdeutlicht, wie flach Uruguay ist.

Wir mussten den Weg allerdings etwas suchen, denn am Fuss des Berges befindet sich ein Tierpark und wir waren etwas unsicher, ob das so stimmen kann, um dort reinzufahren. Aber so kamen wir noch in den Genuss von einem kostenlosen Tierpark-Besuch. Der Berg selbst war leider gesperrt. Die Erklärung dazu verstanden wir leider nicht.

 

Weiter ging die Fahrt Richtung Montevideo zu einem Stadtpark. Kurz vorher machten wir noch einen Stopp bei einer Autowaschanlage. Diesmal wiedermal mit Lanze und selber Hand anlegen. Das Ergebnis hielt Danis prüfendem Blick nicht stand und so gingen wir beide noch mit einem Lappen drüber.

Beim Park angekommen, trafen wir auf unsere Container-Buddies. Mit ihnen zusammen hatten wir einen Container gebucht, so dass wir uns die Kosten aufteilen konnten. Marie und Jakob waren mit einem VW T3 unterwegs und hatten ihre Reise ebenfalls in Halifax gestartet. Nach dem Abendessen luden wir sie zu uns in den Camper ein, da es draussen zu kalt war, und unterhielten uns bei einem Bier bzw. Glas Wein.

 

Der Sonntag wäre eigentlich als Putztag gedacht gewesen. Wir hatten allerdings noch zu viel Diesel im Tank, da für die Verschiffung nur ¼ des Tanks erlaubt ist. Also mussten wir das überschüssige loswerden. Wir fuhren 1h zu einem Café und wieder zurück. Möglichst hochtourig und überhaupt nicht ökologisch.

Wieder zurück auf dem Platz packten wir unsere Rucksäcke, verstauten alles möglichst in den Kästchen und kochten mit den letzten Zutaten unser Abendessen, bevor wir den Kühlschrank ausschalteten und abtauten.

 

Am nächsten Morgen hiess es die letzten Sachen erledigen: Abfall entsorgen, WC-Tank leeren, Wassertank leeren, Küche und Badezimmer putzen, Tisch in den Kofferraum verstauen, fegen und die Fahrräder inklusive Fahrradträger im Innenraum festzurren. Dann machten wir uns gemeinsam mit Marie und Jakob auf die Fahrt nach Montevideo. Während die Männer die beiden Camper in den Container fuhren, gingen die Frauen einen Kaffee trinken. Denn von jedem Paar durfte nur der Fahrzeughalter aufs Hafengelände. Es war zwar bei beiden Fahrzeugen eine knappe Sache, aber es lief alles wie am Schnürchen und ca. eine Stunde später war alles erledigt.

Wir vier trafen uns nochmals zum Abendessen und vermutlich werden wir uns beim Entladen in Hamburg nochmals sehen 🙂

 

Die nächsten zwei Tage sahen wir uns die Stadt etwas genauer an. Allerdings machten wir keine langen Erkundungstouren, weil es einfach immer kalt und windig war. Wir hatten eindeutig zu wenig warme Kleidung eingepackt… Sogar im Hotelzimmer war uns kalt!

1 Kommentar zu „Last but not least – Uruguay“

  1. Angelika Gehler-Agerer

    Liebe Natascha, wieder einmal habe ich Euren Blog aufgeschalten. Es war spannend, Eure Reise mitzuverfolgen. Mit vielen Eindrücken seid Ihr zurückgekehrt und werdet all die Ereignisse, Begegnungen, Landschaften, Klimaverhältnisse, Pannen usw. nie vergessen und über das eine oder andere Nervige werdet Ihr im Nachhinein schmunzeln können. Als kurze Information meinerseits: im Jahr 2011 waren mein Mann und ich auf einer Hochzeit in Montevideo eingeladen. Bei diesem Aufenthalt besuchten wir auch Punta del Este und machten einen Kurzausflug nach Buenos Aires. In Montevideo habe ich mir am Strand, es war der 15. Dezember, einen Sonnenbrand geholt! Euch alles Liebe und Gute und ein gutes Einleben nach Eurer Weltreise zurück in der Wohn- und Arbeitswelt der Schweiz. Angelika Gehler-Agerer

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