Unser erster Tag in Quito war grau und regnerisch (Wir liebten es!). Wir entschieden uns deshalb, einen faulen Tag zu machen. Gegen Abend kamen plötzlich bekannte Gesichter auf dem Campingplatz an: 2 deutsche Pärchen, die wir in Mexiko auf dem Strand-Campingplatz bzw. Cartagena beim Abholen von Pegi kennengelernt hatten. Auch das andere Schweizer Pärchen kannte diese und so fühlte es sich an wie ein grosses Wiedersehen. Wir tauschten ein paar Geschichten aus und jeder erzählte, wo es als nächstes hinging.
Tags darauf liessen wir uns mit einem Taxi ins Zentrum bringen und entdeckten dieses auf eigene Faust. Das Wetter war auch an diesem Tag sehr wechselhaft, aber wenigstens regnete es nicht mehr durchgehend. Bevor wir uns auf den Rückweg machten, gingen wir noch einige Lebensmittel einkaufen. Vor unserer Galapagos-Reise hatten wir möglichst alle frischen Lebensmittel aufgebraucht und so war unser Kühlschrank recht leer. Andy hatte bei unserem ersten Abend erwähnt, dass er Älplermagronen mochte und so luden wir ihn zum Abendessen ein 🙂 es wurde ein lustiger Abend, wobei Pegi von Andys Hunden Mika und Fritz geentert wurde.












Unser nächstes Ecuador-Highlight war der Cotopaxi Nationalpark. Als wir beim Campingplatz ankamen, versteckte sich der Vulkan noch hinter den Wolken und wir rätselten etwas, ob wir ihn von unserem Standplatz aus überhaupt sehen würden. Einige Minuten später sahen wir aber etwas anderes: ein uns bekannter Camper steuerte auf den Campingplatz zu. Hilde und Günther (das deutsche Pärchen, welches wir in Cartagena kennengelernt hatten) hatten den Weg auch hierhin gefunden 🙂
Als die Sonne am Abend nochmals alles gab, spazierten wir zum kleinen Wald nebenan und entdeckten da tatsächlich ein paar grasende Andenhirsche. Auch der Cotopaxi lugte endlich hervor und wir konnten tolle Fotos schiessen. Sobald die Sonne weg war, wurde es schrecklich kalt und wir flüchteten in den Camper. Um uns aufzuwärmen und unsere Kopfschmerzen (von der Höhe) zu bekämpfen, machten wir unseren ersten eigenen Koka-Tee. Die Blätter hatten wir vorher von Hilde und Günther geschenkt bekommen. Wir verbrachten den Abend, trotz wärmenden Tees, dick eingepackt und mit Mütze. Dani zog sich sogar die Handschuhe an. Wir merkten leider in dieser Nacht, dass unsere Heizung in dieser Höhe nicht richtig funktionierte.
Am nächsten Tag wanderten wir direkt von unserem Campingplatz los. Wir hatten nämlich einen Wegweiser und einen Wanderpfad neben einem Gebäude entdeckt. Wir kamen bei jeder kleinen Steigung ziemlich schnell aus der Puste und mussten unser Tempo etwas reduzieren. Die Höhe hatte es wirklich in sich. Dafür wurden wir mit tollen Pflanzen und Blumen belohnt und konnten nochmals einen Andenhirsch im Dickicht entdecken. Cotopaxi versteckte sich leider den ganzen Tag hinter den Wolken.


















Am nächsten Tag verliessen wir den Nationalpark und fuhren nach Baños. Oder genauer gesagt Baños de Agua Santa. Hier hatten wir einen Standplatz bei einem kleinen Hotel ausgesucht, der laut iOverlander-App auch ein Restaurant hatte. Geführt von einem deutschen Paar. Als wir ankamen, mussten wir jedoch feststellen, dass es kein Restaurant mehr gab. Da der Platz trotzdem schön war, entschieden wir uns zu bleiben. Für das Mittagessen folgten wir einer Empfehlung und spazierten ca. 5 Minuten den steilen Weg hinunter zu einem typisch Ecuadorianischen Restaurant. Hier waren wir zwar die einzigen Gäste aber wir genossen trotzdem sowohl das Essen als auch die Aussicht. Auf dem Rückweg hatten wir noch einen tollen Blick auf einen nahen Wasserfall. Da unsere Motivation an diesem Tag nicht besonders gross war, blieben wir auf unserem Standplatz und genossen das schöne Wetter.
Am nächsten Tag, kurz vor Abfahrt, wurden wir plötzlich von einem jungen Ecuadorianer auf Englisch angesprochen, ob wir aus St. Gallen sind. Wir waren etwas baff, normalerweise kann niemand etwas mit unserer Autonummer anfangen. Stellte sich heraus, dass dieser junge Mann an der HSG studiert hatte. Was für ein Zufall! 😀





Unser nächstes grosses Ziel war die Stadt Cuenca. Wir teilten die Fahrstrecke auf zwei Tage auf und peilten für den ersten Abend die Stadt Alausi an. Der Weg hier hin war ziemlich abenteuerlich, da er von einer geteerten Strasse plötzlich zu einer Dreckstrasse wechselte. Auf dieser Stecke kamen wir auch das erste Mal mit einer Seil-Blockade in Berührung. Wir mussten einen Dollar zahlen, damit wir weiterfahren durften.
In Alausi hatten wir einen Bauernhof gefunden, wo wir stehen durften. Wir wurden sogleich von zwei kleinen Katzen begrüsst, an denen vor allem Natascha grosse Freude hatte. Auch einen Papagei konnten wir hören und etwas später entdeckten wir ihn auch in einem Baum und konnten entziffern, dass er seinen Namen rief: Marco. Der Besitzer erklärte uns, dass er den Papagei aus einem Party-Hostel aufgenommen hatte, da dies natürlich kein guter Platz für einen Papagei sei und er die Gäste auch aus Stress gebissen hatte.





Als wir in Cuenca ankamen, waren wir müde aber auch neugierig auf die Stadt. Bei der «Durchfahrt» hatten wir nämlich schon einige schöne Plätzchen gesehen. Wir entschieden uns deshalb, für den nächsten Tag eine Free Walking Tour zu buchen. An diesem Abend gaben wir unsere Wäsche mal wieder in eine Wäscherei, welche uns die saubere Wäsche am nächsten Tag vorbeibrachte. Natürlich klassisch südamerikanisch mit dem Roller.
Bei unserer Free Walking Tour waren wir alleine nur mit unserem Guide. Er erzählte uns viel Interessantes über die Stadt, die ecuadorianische Politik und die Religion. Cuenca ist nämlich sehr religiös und hat innerhalb von Ecuador einen konservativen Ruf. Wir besuchten unter anderem die schöne «Catedral de la Inmaculada Concepcion» mit den blauen Kuppeln, den Blumenmarkt und natürlich auch den grossen Markt «Mercado 10 de Agosto». Beim Blumenmarkt probierten wir das traditionelle «Agua de pitimas», welchem medizinische Eigenschaften zugeschrieben werden und beim Markt kauften wir Ecuadorianische Schokolade. Wir mochten die Schokolade lieber 😉 Im Erdgeschoss boten Frauen (laut dem Guide spezielle Frauen) ein traditionelles Reinigungs-Ritual an. Die zu reinigende Person soll von böser Energie befreit werden. Zuerst wird die Person mit Kräuterbüschen abgepeitscht, anschliessend mit Wasser angespuckt (seit Corona mit Wasser aus einer Flasche angesprüht). Zu guter Letzt wird die Person am ganzen Körper mit einem rohen Ei abgerubbelt, welches die bösen Energien bündeln und anziehen sollte. Das Ei wird anschliessend aufgeschlagen und daraus wird eine Nachricht gelesen. In anderen Regionen wird anscheinend bei Fällen mit starken negativen Energien statt des Eies ein Meerschweinchen verwendet, welches anschliessend geöffnet wird. Die Prozedur wird jeden Dienstag und Donnerstag angeboten und als wir da waren, waren bereits alle 5 Damen besetzt und es warteten gar noch einige Leute bis sie drankamen. Nach der Tour setzten wir uns in en Café an der Fluss-Promenade des Rio Tomebamba und genossen die Atmosphäre.













Unser nächster Nationalpark befand sich ungefähr 45 Minuten von Cuenca entfernt und natürlich auch etwas höher gelegen. Der Weg war kurvig und es wurde ziemlich neblig. Schliesslich kamen wir beim Besucherzentrum an, wo wir dann auch auf dem Parkplatz übernachten durften. Nach einer Stärkung im Restaurant, in welchem es vor allem Forellen gab, machten wir uns auf die Wanderung durch den Cajas Nationalpark. Da wir etwas spät dran waren, marschierten wir ziemlich zügig. So zügig wie es auf dieser Höhe halt möglich war und natürlich mit vielen Foto-Pausen. Die Pflanzenwelt faszinierte uns auf Anhieb und gegen Ende der Wanderung hoppelten uns auch einige Hasen über den Weg. Nach einer weiteren kalten Nacht, fuhren wir am nächsten Tag noch zu einem Aussichtspunkt auf 4200m.




















Anschliessend machten wir uns auf den Weg nach Arenillas, einem kleinen Nationalpark nahe der Grenze zu Peru. Diese Strecke wurde ziemlich abenteuerlich. Hier und da war die Strasse plötzlich von einem Hangrutsch halbbegraben oder von einigen Felsen schnell-schnell befreit worden. In den Ortschaften kam es auch mal vor, dass die Strasse mit Steinen gesperrt war und man auf die Gegenfahrbahn ausweichen musste. Zum Glück hatten wir immer ein anderes Fahrzeug vor uns, sonst hätten wir uns wohl nicht getraut, einfach die «falsche» Fahrbahn zu benutzen.
Im Nationalpark Arenillas angekommen, war es wieder ziemlich warm, da wir nur noch auf 40 Höhenmetern waren. Hier wurden wir am Abend von jungen Füchsen besucht und verbrachten ansonsten eine ruhige Nacht. Unsere letzte Nacht in Ecuador.








