Wir machten uns am Nachmittag auf den Weg an die Grenze, damit wir die Mittagspause umgehen konnten und diese nicht vor Ort abwarten mussten. Schon bei der Einreise nach Bolivien hatte das ganz gut geklappt und auch bei der Ausreise mussten wir praktisch nirgends anstehen. Die benötigten Stempel und Dokumente waren rasch erledigt und wir durften zur Fahrzeugkontrolle vorfahren. Hier wartete bereits ein Mitarbeiter des argentinischen Zolls mit Taschenlampe bewaffnet. Er nahm seinen Job sehr ernst und wollte sogar in den WC-Tank reinschauen… mmmh!
Es wurde nichts beanstandet und wir durften einreisen. Wie bei jedem Grenzübergang hatten wir unseren Kühlschrank möglichst leer gegessen und so steuerten wir als erstes einen Supermarkt an, um einzukaufen. Da das Tageslicht etwas knapp wurde, suchten wir uns spontan eine nähere Schlafmöglichkeit und fanden diese neben einer Lama-Statue.



Unser erstes Ziel in Argentinien war Purmamarca, bekannt für seine Regenbogenberge. Zuerst machten wir aber noch einen Halt in Tilcara, um SIM-Karten zu kaufen. Leider hatte der Laden aber geschlossen, weshalb wir unverrichteter Dinge weiterfuhren.
Etwas ausserhalb von Purmamarca parkten wir Pegasus auf einem grossen Parkplatz, was zugleich auch unser Standplatz für die Nacht war. Zufrieden stellten wir fest, dass wir den ganzen Platz für uns hatten. Im Licht der Abendsonne nahmen wir den einstündigen Rundweg unter die Füsse und waren begeistert. Argentinien startete schon mal wunderbar!
Dani konnte am Abend Natascha zu einer Pizza im Dorf überreden und so hatten wir eine der leckersten Pizzen der Reise, in einer kleinen gemütlichen Pizzeria.
















Unser nächstes Ziel war Salta, wo wir endlich fündig wurden und je eine SIM-Karte kaufen konnten. Anschliessend machten wir es uns auf einem «Municipal Campground», also einem Campingplatz der Stadt oder Gemeinde, gemütlich. Diese Campingplätze sind meistens eher bescheiden ausgestattet, dafür sind sie aber auch um einiges kostengünstiger als private. Am nächsten Tag sahen wir uns die Stadt an und wollten Bargeld abheben. Wir mussten schnell lernen, dass dies gar nicht so einfach war. Die Geldautomaten waren beschränkt auf 15’000 Pesos pro Bargeldbezug. Das klingt vielleicht nach viel, ist aber umgerechnet nur ca. 15 Fr. Da noch Gebühren dazu kamen von 5’000 Pesos und die Kreditkartenfirma pro Bezug im Ausland auch noch 10 Fr. wollte, hätten wir 100% Gebühren bezahlt. Wir entdeckten einen Bankomaten mit etwas besseren Konditionen und hoben zähneknirschend das Geld ab. Als wir einige Meter weiter waren, rief ein Mann neben uns «Cambio» und geistesgegenwärtig zauberte Natascha ihren Not-Dollarschein hervor und wir wechselten 20 Dollar zu einem besseren Kurs und ohne Gebühren um. Mit einem dicken Bündel im Wert von weniger als 50 Fr. machten wir uns auf den Rückweg. Zum Glück kann man in Argentinien fast überall mit Karte bezahlen und so hielt das Bargeld ziemlich lange.







Über die Ruta 68 fuhren wir tags darauf nach Cafayate. Diese Strasse wurde im Internet als besonders schön beschrieben und auch diesmal wurden wir nicht enttäuscht. Bei mehreren Aussichtspunkten konnten wir anhalten und die Landschaft geniessen.











Cafayate ist bekannt für seinen Weinbau und so machten wir hier eine Wein Degustation. Bei den meisten Bodegas muss man sich nicht anmelden, sondern kann einfach spontan während den Öffnungszeiten vorbei gehen. Wir hatten das Glück, dass eine Angestellte Englisch sprach und wir so auch noch in den Genuss einer kleinen Tour kamen. Das Spezielle hier war, dass sie bei der Degustation einen Wein-Automaten hatten. Einmal mit Rotwein und einmal mit Weisswein. So konnten wir von insgesamt 16 Weinen auswählen und so viele probieren, wie wir wollten. Ziemlich angeheitert gingen wir anschliessend in eine Konditorei gegenüber und genossen ein Stück Kuchen.







Unser nächstes Ziel war Mendoza. Hierfür teilten wir die Stecke auf drei Fahrtage auf. Am ersten Fahrtag begegneten wir auf der Strasse immer wieder dem gleichen Camper mit deutschem Nummernschild. Zuerst überholte er uns, dann wir ihn und dann er wieder uns – natürlich immer mit fröhlichem Gehupe.
Am zweiten Fahrtag befanden wir uns unverhofft auf einer wunderschönen Panoramastrecke mit bunten Bergen. Auch unser ausgewählter Standplatz in der Wildnis gefiel uns richtig gut. Am dritten Fahrtag entdeckten wir am Horizont riesige schneebedeckte Berge und konnten uns fast nicht sattsehen.

















Am 17. April am späteren Nachmittag erreichten wir Mendoza und peilten als erstes eine Wäscherei an. Der freundliche Besitzer nahm alles entgegen und wir vereinbarten, die Wäsche in zwei Tagen wieder abzuholen. Dann machten wir uns auf den Weg zum Stadtpark, der gleichzeitig auch unser Stellplatz für die Nacht war. Hier genossen wir noch die letzten Sonnenstrahlen. Ziemlich spät am Abend bekamen wir doch noch Hunger und so bestellten wir uns Pizza an den Camper. Auch nur möglich in einer Stadt 😀




Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg zur Bodega Ojo de Agua, das Weingut von Dieter Meier. Den älteren Generationen ist der Name bestimmt ein Begriff. Wir hatten für 10:30 Uhr eine Wein Degustation vereinbart. Etwas früh am Tag für Wein, aber sie hatten leider nur noch zu dieser Zeit etwas frei. Wir waren ganz froh, dass es mit einer Tour startete und die tatsächliche Degustation somit etwas nach hinten rückte. Zu den Weinproben gab es einen kleinen Käseteller und gute Erklärungen. Die Location hat uns wirklich gut gefallen und wir durften hier stehen bleiben.
Wir waren nicht besonders überrascht, als plötzlich ein anderer Camper mit Schweizer Nummernschild neben uns stand, da die Bodega bei Camper-Reisenden (besonders Schweizern) sehr beliebt war. Da sie in die entgegengesetzte Richtung unterwegs waren als wir, holten wir bei ihnen noch einige Empfehlungen ab für die Strecke nach Buenos Aires.







Wir fuhren am nächsten Tag wieder zurück nach Mendoza, holten unsere Wäsche ab und machten uns auf den Weg zum Nationalpark «Sierra de las Quijadas». Da wir nach den Öffnungszeiten erst ankamen, übernachteten wir auf einem Kiesplatz vor dem Eingang und machten uns am nächsten Morgen auf Entdeckungsreise. Überall war beschildert, dass wir langsam fahren sollten, da es Wildtiere haben könnte. Wir begegneten aber nur einer Kuh, die die Schotterpiste überquerte.







Kurz nach Mittag nahmen wir die Ruta 34 durch die Berge. Auch bei dieser Panoramastrasse machten wir mehrmals Halt, um die Aussicht zu geniessen. Als wir müde wurden, peilten wir eine grössere Haltebucht an und übernachteten hier. Die nächsten 3 Tage waren Fahrtage. Wir übernachteten einmal auf einem Campingplatz, der so voller Mücken war, dass wir uns in Pegasus verbarrikadierten und zweimal bei einem Picknick-Bereich bei Tankstellen. Diese waren überraschend friedlich und grün.












